An einem sonnigen Samstagvormittag sitzt Familie Becker am großen Holztisch in ihrer Küche in Bad Camberg.
Draußen spielen die Kinder, drinnen liegen Bauunterlagen, Versicherungsordner und ein paar Rechnungen aus der Renovierung.
Seit die Preise für Handwerker und Baumaterial in Limburg an der Lahn, Idstein und Würges steigen, geht der Familie eine Frage nicht mehr aus dem Kopf:
„Was passiert eigentlich mit unserer Wohngebäudeversicherung, wenn die Baukosten weiter explodieren? Reicht die Entschädigung dann noch?“
Um Klarheit zu bekommen, rufen sie Versicherungsmaklerin Frau Sander an.
Kurz darauf erklärt sie ihnen ein Konzept, das zunächst altmodisch klingt – aber absolut entscheidend ist:
die gleitende Neuwertversicherung.
📐 Was bedeutet „gleitender Neuwert“ überhaupt? #
„Der Begriff klingt technisch“, beginnt Frau Sander, „aber die Idee dahinter ist genial einfach.“
Eine gleitende Neuwertversicherung sorgt dafür, dass die Versicherungssumme deines Hauses mit den realen Baukosten mitwächst.
Und zwar automatisch – ganz ohne, dass du jedes Jahr etwas anpassen musst.
Der Schlüssel sind zwei Werte:
- Wert 1914 – ein historischer Baukostenwert als fester Ausgangspunkt
- Baupreisindex – zeigt, wie teuer Bauen heute im Vergleich zu früher ist
Aus diesen beiden Faktoren berechnet die Versicherung jedes Jahr deinen aktuellen Wiederaufbauwert – also das Geld, das du brauchst, um dein Haus nach einem Schaden heute wieder aufzubauen.
„Damit schützt dich die gleitende Neuwertversicherung vor einer der größten Gefahren überhaupt“, erklärt Frau Sander.
„Nämlich davor, dass dein Haus teurer wird, aber deine Versicherungssumme stehen bleibt.“
🏗️ Warum braucht man so ein System – ist der Neubauwert nicht offensichtlich? #
„Leider nein“, sagt Frau Sander und zeigt der Familie Beispiele aus der Region:
- In Weilburg stiegen die Baukosten für ein Dach innerhalb eines Jahres um 30 %.
- In Villmar kostete dieselbe Dämmung 2020 noch die Hälfte.
- In Selters (Taunus) musste ein Haus nach einem Leitungswasserschaden komplett neu aufgebaut werden – Kosten: 40 % mehr als ursprünglich kalkuliert.
Das Problem:
Bauen wird ständig teurer.
Wenn die Versicherungssumme nicht mitwächst, entsteht eine Unterversicherung – und dann drohen Kürzungen bei der Entschädigung.
Die Lösung:
Ein Versicherungsmodell, das mit den Baukosten mitschwingt.
Genau das ist die gleitende Neuwertversicherung.
⚙️ Wie funktioniert die gleitende Neuwertversicherung mathematisch? #
Kurz gesagt:
Wert 1914 × aktueller Baupreisindex = heutiger Wiederaufbauwert
Der Baupreisindex wird jährlich veröffentlicht und spiegelt reale Marktentwicklungen wider:
- Materialkosten (Holz, Beton, Dämmung, Leitungen …)
- Lohnkosten der Gewerke
- Transport- und Energiekosten
Steigen diese Kosten, steigt die Versicherungssumme automatisch mit.
„Diese Mechanik verhindert, dass du in 10 Jahren mit einer völlig veralteten Summe dastehst“, sagt Frau Sander.
In Hünfelden sparte genau das einer Familie nach einem Brandschaden über 120.000 Euro,
weil der Wiederherstellungswert dank Indexanpassung korrekt war.
💶 Was bedeutet der gleitende Neuwert für meinen Beitrag? #
Die Versicherungssumme steigt – und damit steigt auch der Beitrag moderat.
Aber das ist kein „Aufschlag zu deinen Lasten“.
Es ist der mathematische Ausgleich für steigende Baukosten.
Denn eines ist klar:
Der Beitrag steigt nur, weil die Entschädigung im Ernstfall steigen muss.
Ohne diese Anpassung würde die Versicherung im Schadenfall nicht genug Geld zahlen – du müsstest selbst mehrere zehntausend Euro beisteuern.
In Oberbrechen wurde bei einem Totalschaden eines Wohnhauses genau diese Dynamik sichtbar –
dank gleitendem Neuwert reichte die Entschädigung für den kompletten Wiederaufbau.
🧩 Welche Probleme verhindert die gleitende Neuwertversicherung? #
- Unterversicherung durch Baupreissteigerungen
- zu niedrige Entschädigung bei Teil- oder Totalschäden
- Deckungslücken bei modernisierten oder erweiterten Gebäuden
- Fehlkalkulation des Wiederaufbauwerts
Beispiel aus Weinbach:
Ein Haus, vor 20 Jahren für 250.000 € gebaut, kostet heute 480.000 € im Wiederaufbau.
Ohne gleitenden Neuwert wäre die Versicherungssumme viel zu niedrig –
und die Kürzung im Schadenfall entsprechend dramatisch gewesen.
📏 Wie wird der Wert 1914 ermittelt? #
Er basiert auf:
- Wohnfläche
- Bauweise (z. B. massiv oder Holzständer)
- Dachform und -material
- Ausstattungsstandard
- Baujahr und Modernisierungen
- Nebengebäude
In Diez wurde der Wert 1914 eines Altbaus angepasst, nachdem die Familie das Haus vollständig modernisiert hatte –
das schuf eine realistische Basis für die zukünftige Indexanpassung.
Frau Sander nutzt professionelle Tools zur Ermittlung – das schützt vor Fehlbewertungen und Unterversicherung.
🏡 Warum die gleitende Neuwertversicherung besser ist als eine feste Summe #
Eine feste Versicherungssumme klingt einfach, aber sie hat zwei große Probleme:
- Sie ist morgen schon veraltet.
- Sie steigt nicht mit den realen Baukosten.
Bei großen Preissprüngen kann das ruinös sein.
Die gleitende Neuwertversicherung dagegen:
- passt sich automatisch an
- verhindert Unterversicherung
- deckelt Anwalts- und Streitfälle (weil die Summe immer nachvollziehbar ist)
- macht jährliche Nachberechnungen überflüssig
Für Familie Becker ist das beruhigend: egal, wie stark die Preise in Bad Camberg oder Idstein steigen –
ihre Entschädigung steigt mit.
🧱 Mini‑Praxisfälle aus der Region #
- Würges: Leitungswasserschaden → Dämmung doppelt so teuer wie früher. Gleitender Neuwert deckt es ab.
- Runkel: Dachstuhlbrand → Wiederaufbaukosten +40 % über 8 Jahre. Summe passte dank Index.
- Hünfelden: PV‑Nachrüstung → Wiederherstellungswert steigt. Anpassung über Wert 1914 + Index.
- Selters (Taunus): Modernisierung → Risiko sinkt, Wert steigt. Beitragsstruktur angepasst.
All diese Fälle zeigen:
Der gleitende Neuwert ist keine Formalität, sondern Lebensretter im Schadenfall.
❓ FAQ – Gleitender Neuwert in 5 Fragen #
1) Was ist der Hauptvorteil des gleitenden Neuwerts?
Er sorgt dafür, dass die Entschädigung immer dem heutigen Wiederaufbauwert entspricht – ohne jährliche Anpassung durch dich.
2) Steigt der Beitrag automatisch mit?
Ja, moderat. Das ist sinnvoll, weil die Baukosten steigen und die Entschädigung sonst nicht ausreichen würde.
3) Braucht man trotzdem korrekte Ausgangswerte?
Ja. Der Startwert (Wert 1914) muss stimmen, sonst „gleitet“ die Summe auf falscher Basis mit.
4) Was ist, wenn ich modernisiere?
Modernisierungen sollten gemeldet werden, damit der Startwert korrekt bleibt.
5) Schützt der gleitende Neuwert vor Unterversicherung?
Ja, solange die Daten (Fläche, Bauart, Ausstattung) richtig erfasst sind.
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