Es ist früher Abend in Bad Camberg, als Markus von der Arbeit heimkommt.
Die neue Küche glänzt, das Dach wurde erst im letzten Jahr erneuert, und im Garten steht seit kurzem ein kleines, gedämmtes Gartenhaus.
Beim Sortieren der Unterlagen stolpert er über ein Wort, das ihm Bauchschmerzen macht: Unterversicherung.
„Was, wenn die Versicherung im Ernstfall kürzt?“, denkt er – und ruft Versicherungsmaklerin Frau Sander an.
In den nächsten 20 Minuten erfährt Markus, warum Unterversicherung kein abstraktes Risiko ist,
sondern bei falschen Angaben zu echten Kürzungen der Entschädigung führen kann – ob in Idstein, Limburg,
Würges oder Oberbrechen.
Und vor allem: wie leicht man sie vermeiden kann, wenn man die wichtigsten Stellschrauben kennt.
🧭 Was bedeutet Unterversicherung – und warum ist sie gefährlich? #
Unterversicherung heißt: Der angegebene Versicherungswert deines Hauses liegt unter dem tatsächlichen Wiederherstellungswert.
Im Schadenfall kann der Versicherer dann quoteln – also die Leistung im Verhältnis kürzen.
Beispiel: Ist dein Haus real 500.000 € wert, du hast aber nur 400.000 € abgesichert, kann die Entschädigung um 20 % reduziert werden –
selbst bei einem Teilschaden.
Bei einem Arbeitskollegen in Weilburg führte eine zu niedrig angesetzte Wohnfläche zu genau so einer Kürzung – ärgerlich, denn das wäre leicht vermeidbar gewesen.
Die gute Nachricht: Mit ein paar sauberen Schritten lässt sich dieses Risiko sehr zuverlässig ausschalten.
📐 Wohnfläche korrekt ermitteln – die Basis gegen Unterversicherung #
Die richtige Wohnfläche ist die Grundlage vieler Tarifierungen. Fehler passieren oft durch:
- Unklare Abgrenzung von Wohn‑, Nutz‑ und Nebenflächen
- Nicht berücksichtigte Anbauten, ausgebaute Dachgeschosse oder Wintergärten
- Fehlinterpretation der Dachschrägen‑Anrechnung (z. B. 50 %-Regel unter 2 m Raumhöhe, tarifabhängig)
Praxis‑Tipp:
Erfasse die Wohnfläche nach Tarifdefinition deines Versicherers.
Zähle alle beheizbaren, wohnlich ausgebauten Räume (z. B. ausgebauter Spitzboden in Villmar).
Bei Unsicherheit: Grundriss prüfen, nachmessen, kurze Skizze erstellen.
Frau Sander gleicht das mit den Tarifvorgaben ab – so nutzt du die richtige Bemessungsgrundlage.
📐➕ Anbauten & Ausstattungen: Nichts „vergessen“ #
Unterversicherung entsteht häufig, weil Gebäude wertvoller geworden sind, ohne dass die Police angepasst wurde:
- Anbauten: Wintergarten, Erker, Gaube, Dachausbau, Anbau
- Wertsteigernde Maßnahmen: neue Einbauküche (Eigentum), hochwertiger Parkettboden (verklebtes Parkett = Gebäude)
- Nebengebäude: Garage, Carport, Gartenhaus (gedämmt? Strom/Wasser?)
- Technik: Wärmepumpe, Solarthermie, Photovoltaik (als Gebäudeteil angeben)
Praxis‑Tipp: Führe eine Wertliste mit Datum (z. B. PV‑Montage,
Küchenumbau, Dachsanierung ) und melde Änderungen zeitnah.
So bleibt der Wiederherstellungswert realistisch – Unterversicherung wird unwahrscheinlicher.
📏 Wert 1914 & gleitender Neuwert – dein „Automatik‑Gurt“ #
Der Wert 1914 ist der historische Rechenanker, aus dem über den Baupreisindex der heutige Neuwert abgeleitet wird.
Mit gleitendem Neuwert passt deine Versicherungssumme automatisch die Baupreissteigerungen an –
damit die Entschädigung im Ernstfall reicht.
In Idstein führte eine korrekte 1914‑Ermittlung plus Indexanpassung dazu, dass ein Sturmschaden am Dach komplett zum aktuellen Preis reguliert wurde.
Ohne diese Mechanik drohen Lücken, wenn Baupreise steigen.
Praxis‑Tipp: Lass den Wert 1914 professionell ermitteln (Fläche, Bauartklasse, Ausstattung, Sanierungen).
Ein „Pi‑mal‑Daumen“‑Wert ist die Hauptursache für Unterversicherung.
🧱 Bauartklasse, Dach & Qualität – richtig einstufen #
Die Bauartklasse (Massiv/Holz), Dachform, Bedachung (hart/weich),
Fensterqualität und energetische Standards wirken auf Wert und Risiko.
Ein Massivbau mit neuer Dacheindeckung in Weinbach hat einen anderen Wiederherstellungswert als ein Holzständerbau mit weicher Bedachung in Villmar.
Praxis‑Tipp: Keine „Schönrechnerei“. Eine zu niedrige Einstufung drückt zwar den Beitrag, erhöht aber das Kürzungsrisiko.
Dokumentiere Sanierungen (Fotos/Rechnungen) – das senkt Risikoaufschläge seriös.
🚿 Leitungswasser & Außenrohre – Folgekosten und Bausteine sauber wählen #
Unterversicherung zeigt sich oft indirekt: Wenn wichtige Folgekosten oder Bausteine fehlen oder zu niedrig sind:
- Leckortung, Öffnung, Trocknung – ausreichende Limits wählen
- Außen-/Ableitungsrohre auf dem Grundstück – inkl. Aufgrabung & Wiederherstellung
- Hotel-/Ersatzunterkunft & Mietausfall (vermietete Objekte)
- Mehrstrom für Trocknungsgeräte (tarifabhängig)
In Oberbrechen wurde eine Außenrohr‑Deckung ergänzt – ein Jahr später sparte das nach einem Erdschaden einen sehr hohen fünfstelligen Betrag.
Fazit: Unterversicherung ist nicht nur eine Zahl – sie kann auch durch „zu dünne“ Bausteine entstehen.
🌊 Elementarschäden: Der unterschätzte Teil der Vollständigkeit #
Ohne Elementarbaustein (Überschwemmung, Rückstau, Starkregen, Erdsenkung usw.) fehlt im Extremfall die komplette Leistung –
obwohl Gebäude‑ und Hausratversicherung vorhanden sind.
In Niederselters und Teilen von Hünfelden zeigte Starkregen zuletzt, wie existenziell dieser Baustein ist.
Praxis‑Tipp: Elementarrisiko prüfen (Lage, Hang, Kanalsystem).
Fehlt der Baustein, ist das eine faktische Unterversicherung gegen Naturgefahren – mit bösen Folgen im Ernstfall.
🧾 Obliegenheiten & Dokumentation – damit nichts gekürzt wird #
Neben der Summe spielen Pflichten eine Rolle: Heizen (Frostschutz), regelmäßige Kontrolle leerer Objekte, Instandhaltung (Dach, Fugen),
Sofortmaßnahmen im Schadenfall.
Fehler hier führen nicht direkt zu Unterversicherung – aber zu Kürzungen, die sich genauso anfühlen.
Praxis‑Tipp:
Wartung & Modernisierung dokumentieren (Datum, Firma, Rechnung).
Im Schadenfall: Fotos/Videos, Feuerwehr-/Polizeibericht (falls relevant), Gutachterberichte.
In Diez beschleunigte eine saubere Doku die Regulierung enorm – ohne Abzüge.
📊 Jährlicher Mini‑Check: 20 Minuten, die tausende Euro wert sein können #
Einmal im Jahr – Kalenderblock setzen! Prüfe:
- Hat sich die Wohnfläche geändert (Ausbau, Wintergarten)?
- Gab es Modernisierungen (Dach, Heizung, Elektrik, Bad, Fenster)?
- Neue Anlagen (PV, Wärmepumpe, Wallbox)?
- Nebengebäude gebaut oder umgenutzt (Gartenhaus gedämmt)?
- Stimmen Bausteine & Limits noch (Außenrohre, Folgekosten, Hotel)?
In Weinbach hat Markus’ Nachbar genau so Lücken entdeckt –
ein kurzer Abgleich mit Frau Sander, und die Police passte wieder vor dem nächsten Sturzregen.
✅ Quick‑Checkliste: Unterversicherung vermeiden #
- Wohnfläche nach Tarifdefinition korrekt erfassen
- Anbauten, Ausbauten, Nebengebäude angeben
- Wert 1914 professionell ermitteln lassen
- Gleitenden Neuwert vereinbaren
- Modernisierungen zeitnah melden
- Elementarbaustein prüfen und ergänzen
- Folgekosten‑Limits (Leckortung/Trocknung/Hotel) ausreichend wählen
- Pflichten (Heizen, Kontrolle) kennen und einhalten
Markus lehnt sich zurück. Das Thema wirkt nicht mehr bedrohlich – im Gegenteil:
Mit klaren Schritten und einer sauberen Dokumentation fühlt er sich endlich sicher.
Und beim nächsten Gespräch mit Freunden in Limburg kann er erklären, warum „billig“ im Zweifel die teuerste Entscheidung ist.
❓ FAQ – Unterversicherung verständlich erklärt #
1) Woran merke ich, dass ich unterversichert bin?
Wenn Wohnfläche, Wert 1914 oder Ausstattungen nicht mehr zum realen Gebäude passen. Spätestens bei Umbauten prüfen!
2) Kürzt die Versicherung auch bei kleinen Schäden?
Ja, die Quotelung kann proportional auch bei Teilschäden greifen – Unterversicherung wirkt immer.
3) Reicht der gleitende Neuwert allein?
Nur, wenn der Ausgangswert (Wert 1914) korrekt ermittelt wurde und du Änderungen meldest.
4) Muss ich Nebengebäude extra angeben?
Ja, Garagen, Carports, Gartenhäuser sollten mit Wert/Fläche aufgenommen werden.
5) Elementarschäden – Pflicht oder Kür?
Kein Automatismus. Ohne Elementarbaustein fehlt Schutz bei Starkregen, Überschwemmung & Rückstau.
💬 Du willst sicher sein, dass deine Police keinen Cent zu niedrig ansetzt – von Wohnfläche über Wert 1914 bis zu Folgekosten & Elementar? Dann hol dir jetzt deine persönliche Beratung bei Frau Sander!